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Die Reihe der HWGL-Kolloquien wird fortgesetzt!

Nach einer Unterbrechung in 2025, startet im Februar die Reihe der digitalen HWGL-Kolloquien erneut. Die Veranstaltungen sind öffentlich und finden digital über MLUconf statt.

Das Netzwerk Historische Wissens- und Gebrauchliteratur lädt zu folgenden Terminen ein:

13. HWGL-Kolloquium

Dienstag, 10. Februar 2026, 16.00 Uhr

Zugang: https://mluconf.uni-halle.de/b/sim-zq3-8re-txy

Dr. Marco Heiles (Hamburg), PD Dr. Björn Reich (Erlangen), Dr. Matthias Standke-Hart (Magdeburg):

Buchvorstellung: „Gedruckte deutsche Losbücher des 15. und 16. Jahrhunderts“


14. HWGL-Kolloquium

Dienstag, 17. März 2026, 16.00 Uhr

Zugang: https://uni-koeln.zoom.us/j/92051033552?pwd=4tnhLH1CTDKhlqqTuRjDQckIXTZdBa.1

Meeting-ID: 920 5103 3552
Passwort: 456069

Dr. Bruno Wiedermann-Kashefipour (Stadtmuseum Tübingen):

Himmliche Körper. Konstruktionen sozialer Differenz in der spätmittelalterlichen Laienastrologie

Dr. Eric Burkart (Trier):

Deutschsprachige Kampfbücher (ca. 1320–1600): Erste Ergebnisse zur Herausbildung von Fachschriften zur Kampfkunst im spätmittelalterlichen Reich


Weitere Termine sind für Juni 2026 und das Wintersemester 2026/27 geplant. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Marco Heiles (marco.heiles@uni-hamburg.de).

Tierlosbuch. Basel: Martin Flach, um 1485, GW M18771, Exemplar: Berlin, Staatsbibliothek,
8° Inc 424.5, http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB00015C7D00000000 (Public Domain)

2. HWGL-Abendkolloquium am 03.02.2022

Das Netzwerk Historische Wissens- und Gebrauchliteratur lädt herzlich zum 2. HWGL-Abendkolloquium am 3. Februar 2022 ein:

 

2. HWGL-Abendkolloquium

Dr. Eric Burkart (Geschichte, Universität Trier):
Die Verschriftlichung der Kampfkunst. Praktiken des Kämpfens als Wissensobjekte in den Fechtbüchern des 14.–16. Jahrhunderts

 

Dr. Ylva Schwinghammer (Germanistik, Universität Salzburg):
Das puech tichtet ein maister? Die deutschsprachige Bartholomäus-Arzneibuchüberlieferung zwischen Varianz und Stabilität

Onlineveranstaltung, 3. Februar 2022, 18–20 Uhr

 

Die Veranstaltung findet über Zoom statt:
https://rwth.zoom.us/j/99596648054?pwd=di9xU080OCsydEF0eldydnpVN09qZz09

Meeting-ID: 995 9664 8054
Kenncode: 968167

Weitere Termine:

  • Do 07. April 2022, 18 Uhr: 3. HWGL Abendkolloquium
  • Do 02. Juni 2022, 18 Uhr: 4. HWGL Abendkolloquium

 

Projektvorstellung: Die Verschriftlichung der Kampfkunst

Die Verschriftlichung der Kampfkunst. Praktiken des Kämpfens als Wissensobjekte in den Fechtbüchern des 14.–16. Jahrhunderts

Projektleitung Dr. Eric Burkart
Kontakt burkarte@uni-trier.de

Projektbeschreibung

Kämpfen stellt in den überlieferten Zeugnissen des Mittelalters eine der wichtigsten zwischenmenschlichen Interaktionsformen dar. Das gilt einerseits für die konkrete Praxis der gewalttätigen Auseinandersetzung in Krieg, Fehde oder Zweikampf, auf die heute aufgrund ihrer Flüchtigkeit lediglich Spuren wie archäologische Knochenbefunde oder im Kampf verwendete Artefakte verweisen können. Andererseits zählt das Kämpfen auch zu den am stärksten symbolisch aufgeladenen Handlungen menschlicher Kultur, sodass Darstellungen kämpferischer Handlungen in religiösen, historiographischen und literarischen Texten sowie als Motiv der bildenden Kunst eine zentrale Stellung einnehmen. Neben gewalttätigem Kämpfen im engeren Sinne sind aber auch Praktiken des reglementierten Wettkampfes und des nicht ernsten Kämpfens dokumentiert, die als Teil einer Übungs-, Freizeit- und Körperkultur eine wichtige soziale Rolle spielten.

Vor diesem Hintergrund entstanden im späten Mittelalter mit den Fecht- oder Kampfbüchern komplexe Fachschriften, welche das Beschreiben und Darstellen des Kämpfens mit der Praxis der physischen Auseinandersetzung verbanden: Anfang des 14. Jahrhunderts begannen Fechtmeister, ihr spezifisches Körperwissen und ihre didaktischen Praxislehren zu Ringkampf und Waffengebrauch in zumeist umfangreich bebilderten Handschriften aufzuzeichnen. Diese seit dem frühen 16. Jahrhundert auch im Druck verbreiteten Abhandlungen zum Kämpfen als (Handwerks-)Kunst stellen die ersten systematischen Aufzeichnungen zu mittelalterlichen Körpertechniken überhaupt dar. Sie setzten Maßstäbe auf dem Gebiet der Bewegungsnotation und prägten grundlegend den Aufbau unserer heutigen Ratgeberliteratur zu verschiedensten Sportarten. Bislang wurden die Kampfbücher jedoch noch nie umfassend aus einer kulturgeschichtlichen Perspektive untersucht.

Das Projekt nähert sich dem Korpus der handschriftlichen und gedruckten Kampfbücher des 14.–16. Jahrhunderts in Verbindung mit komplementären Zeugnissen auf einer (1) diskurs- und mediengeschichtlichen, (2) praxeographischen und (3) kulturtheoretischen Ebene.

Entscheidend ist dabei, die Texte als Teil eines Ausbildungszusammenhangs zu analysieren, in dem das Kämpfen als subjektiv erlebte Praxis zum Gegenstand eines von Fechtmeistern dominierten Expertendiskurses wurde. Zentral hierfür war eine Professionalisierung im Verlauf des späten Mittelalters und die Gründung von zunftähnlichen Fechtbruderschaften auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches. Die Popularität von öffentlichem Unterricht und Fechtwettkämpfen zeugt zugleich von der Breitenwirksamkeit
dieser Phänomene, die in erster Linie in einem städtischen Umfeld angesiedelt waren. Das Erkenntnisziel des Projekts besteht in der kulturgeschichtlichen Untersuchung der komplexen Beziehung zwischen handgreiflichen Praktiken des Kämpfens und ihrer Diskursivierung, Didaktisierung und Medialisierung unter Einbeziehung der Stadt als Produktionsraum kämpferischen Fachwissens.